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KLAUENfitnet arbeitet an einem digitalen Betriebshelfer zur Überwachung und Verbesserung der Klauengesundheit in Milchviehherden. Dieser "elektronische Mitarbeiter" wird Landwirte in Zukunft dabei unterstützen, faktenbasierte und frühzeitige Managemententscheidungen für eine bessere Klauengesundheit zu treffen - und das ohne betrieblichen Mehraufwand.

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Unsere Motivation

Lahmheiten sind eines der Hauptprobleme auf Milchvieh haltenden Betrieben und einer der Hauptabgangsgründe. Etwa ein Drittel der Milchkühe, die in den EU-Mitgliedsstaaten gehalten werden, gehen lahm. Die allermeisten Lahmheiten - über 90 % - werden durch Klauenerkrankungen verursacht. Deren Auftreten hängt entscheidend vom Betriebsmanagement ab. Voraussetzung für eine gute Klauengesundheit ist ein auf Prophylaxe ausgerichtetes, ganzheitliches Tiergesundheitsmanagement.

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Die Ansprüche an das Herdenmanagement zur Sicherung von Tierwohl und Tiergesundheit wachsen  im Zuge des Strukturwandels rasant. Eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen spielt eine valide Erfassung und Analyse von beeinflussenden Faktoren, damit Managemententscheidungen frühzeitig und faktenbasiert getroffen werden. Hierbei erhält der moderne Tierhalter Unterstützung von computergestützten Hilfsmitteln bei der Betriebsführung (Precision Livestock Farming). Oftmals verhindern aber herstellerspezifische Übertragungsprotokolle den überbetrieblichen und häufig sogar schon innerbetrieblichen Datenaustausch. Es fehlen einheitliche Standards als Voraussetzung für eine intensive, Daten basierte Überwachung der Tiergesundheit. Dadurch ist auch die beratende Tätigkeit von Hoftierärzten und Betriebsberatern stark erschwert und eingeschränkt.

Unsere Ziele

Ein erfolgreiches Klauengesundheitsmanagement muss den Ausbruch von Krankheit entweder gänzlich verhindern, oder ein Eingreifen im Frühstadium ermöglichen, wenn die größtmögliche Chance auf Heilung besteht. KLAUENfitnet hat es sich zur Aufgabe gemacht, Milchvieh haltende Betriebe dabei zu unterstützen, dieses Ziel zu erreichen. Der Gesundheitsstatus allgemein und insbesondere der der Klauen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Aus diesem Grund ist die Vernetzung der für die Klauengesundheit relevanten Tier- und Umweltdaten aus unterschiedlichen Quellen die Basis für eine betriebsspezifische Schwachstellen- und Risikoanalyse.

Auf den teilnehmenden Versuchsbetrieben gehen verschiedene Bausteine in die Auswertungen ein: Klauenschnittbefunde des Herdenschnitts, Lahmheitsbewertungen und die Aktivitätsmuster der Tiere, Gesundheits- und Leistungsdaten aus der Milchleistungsprüfung sowie klimatische Einflüsse. Der nächste Schritt ist die Verknüpfung und Verdichtung der zusammen geführten Parameter. Die Herkunft der Daten von unterschiedlichen Herstellern darf dabei kein Problem mehr darstellen. Um der Datenflut Herr zu werden und sie zielorientiert auswerten zu können, ist die Weiterentwicklung des automatisierten und standardisierten Datenaustausches über das DLQ-Datenportal ein wichtiger Aufgabenbereich von KLAUENfitnet. Daraufhin identifiziert die veterinärmedizinische Interpretation und Verdichtung der Daten Risikofaktoren für die Klauengesundheit, um betriebsindividuelle Gefahren frühzeitig zu erkennen und ihnen gegensteuern zu können. Auf Grundlage der überregionalen Datenerfassung soll ein zentrales Benchmarking-System für horizontale Betriebsvergleiche entwickelt werden.

Ein digitaler Betriebshelfer für ein erfolgreiches Klauengesundheitsmanagement
Ein digitaler Betriebshelfer für ein erfolgreiches Klauengesundheitsmanagement
Abb. 1: Für die Klauengesundheit relevante Tier- und Umweltdaten werden vernetzt und analysiert

Zeit ist ein knappes Gut auf landwirtschaftlichen Betrieben. Für eine breite Akzeptanz in der Praxis muss die Erhebung der Daten zur Abschätzung der Klauengesundheitsparameter ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand erfolgen. Daher arbeitet KLAUENfitnet an der Entwicklung eines digitalen Betriebshelfers, der diese Aufgabe übernimmt und den Herdenmanager, Betriebsleiter, Tierarzt oder Berater auf Risikobereiche aufmerksam macht.

Finanzierung

Finanziell unterstützt wird das über drei Jahre laufende Vorhaben durch das Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

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